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Hund aus einem Tierheim blickt in die Kamera

Hunde, Katzen und andere Tiere aus Tierheimen

12.04.2023

Tierheimtiere brauchen Geduld und liebevolle Pflege. Sie sind keine „zweite Wahl“, sondern oft sozialisiert und gesund. Auch als Therapie- oder Assistenzhunde leisten sie Großes. Unterstützung durch Adoption oder Patenschaften ist wertvoll.

Inhalt - Alles im Überblick
  1. Hunde, Katzen und andere Tiere aus Tierheimen
  2. Wie gehe ich mit einem Haustier aus dem Tierheim anfangs um?
  3. Warum landen Tiere im Tierheim?
  4. Was, wenn ein Tier im Tierheim verstirbt?
  5. Die Vorteile eines Tierheimtiers
  6. Sind Tierheimhunde als Assistenzhunde geeignet?
  7. Patenschaft für ein Tier im Tierheim
  8. Welche Rolle spielt ein Tierheim noch?

Hunde, Katzen und andere Tiere aus Tierheimen

Tierheime sind oft Orte der Zuflucht und Hoffnung. Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen in Not geraten sind, finden hier eine sichere Obhut. Von herrenlosen Hunden und Katzen über gerettete exotische Vögel bis hin zu kleinen Nagetieren, die ein neues Zuhause suchen – Tierheime sind Anlaufstellen für Tiere, die auf der Suche nach Liebe, Fürsorge und einem warmen Schlafplatz sind.

Viele Heimtiere haben eine bewegte Vergangenheit. Einige von ihnen wurden aus schlechten Lebensbedingungen befreit, andere von ihren Besitzern abgegeben oder gar ausgesetzt. Einige haben körperliche oder emotionale Verletzungen erlitten und benötigen spezielle Pflege und Aufmerksamkeit. Trotz dieser Herausforderungen sind diese Tiere erstaunlich widerstandsfähig und zeigen oft einen starken Überlebensinstinkt.

Wie gehe ich mit einem Haustier aus dem Tierheim anfangs um?

Die artgerechte Haltung und Eingewöhnung eines vernachlässigten oder traumatisierten Tieres entscheidet besonders in der Anfangszeit über den weiteren Verlauf des Zusammenlebens. Wenn ein Tier aus dem Tierheim aufgenommen wird, ist es immer wichtig zu bedenken, dass die für uns gewohnte Umgebung für das Tier noch neu ist. Dabei ist zudem wichtig, klare Regeln für das Tier, aber auch die Halter aufzustellen.

Nur weil das Tier ein neues Zuhause hat, sollte diese Situation nicht zu nachsichtig betrachtet werden. Das Tier versteht nicht, warum es beispielsweise nicht mehr auf das Sofa darf, obwohl dies zunächst kein Problem dargestellt hat. Bestenfalls sollten Sie Ihren gewohnten Alltag verfolgen, um das Tier an Ihre Abläufe zu gewöhnen. Das Tier fühlt sich schneller wohl und muss sein Verhalten nicht ständig anpassen.

Warum landen Tiere im Tierheim?

Es gibt diverse Gründe, warum Menschen ihre Haustiere im Tierheim abgeben. Oft ist es eine unzureichende Vorbereitung der Tierhalter auf das Haustier oder das gemeinsame Leben. Andere Tierhalter sind mit der Situation schnell überfordert und wissen keinen anderen Ausweg. Weitere Gründe sind; eine unerwartete Allergie gegen das neue Haustier oder unerwartete Kosten für den Unterhalt und die Behandlung des Haustieres. Leider sind und waren Spontankäufen aus Frust oder Einsamkeit keine Seltenheit zur Zeit der Pandemie. Das unreflektierte Verhalten resultierte oft in der Abgabe des Haustieres.  

Der Beschluss, ein neues Familienmitglied aus dem Tierheim aufzunehmen, muss überlegt sein, diese Entscheidung wird längerfristig getroffen. Selbstverständlich gibt es auch unvorhersehbare Gründe, wie das plötzliche Versterben des Besitzers, ein Umzug in eine tierfeindliche oder nicht artgerechte Umgebung. Ältere Herrchen oder Frauchen benötigen unter Umständen oftmals selbst Hilfe im Alltag und können sich nicht mehr ausreichend um ihre Lieblinge kümmern.

Hund hinter Gitter
Jedes Tier sehnt sich nach Liebe und Aufmerksamkeit.

Was, wenn ein Tier im Tierheim verstirbt?

Auch wenn man es keinem Tier wünscht, werden Tiere im Heim häufig alt und versterben auch vor Ort. Grundsätzlich darf nach der Tierheimverordnung kein Tier im Tierheim eingeschläfert werden, jedoch bilden unheilbar kranke oder unter starken, chronischen Schmerzen leidende Tiere die Ausnahme. Diese Entscheidung kann nur der behandelnde Tierarzt fällen. Der Tierarzt kümmert sich um den Verbleib des verstorbenen Tieres. Dabei wenden sich die Tierärzte entweder an Tierkörperbeseitigungsanstalten oder an Tierbestatter. Tierheime können die Tierbestattung oder auch Tierkörperbeseitigung eigenständig beauftragen.

Katze im Zwinger
Leider lassen sich ältere Tiere nur schwer vermitteln.

Die Vorteile eines Tierheimtiers

Ein neues Haustier ist für viele Tierhalter eine kostspielige Anschaffung, weshalb ein Haustier aus dem Tierheim oftmals die günstigere Alternative ist. Im Vergleich zu Zuchttieren oder zweifelhaften Online-Angeboten sind Tierheimtiere in den meisten Fällen günstiger und werden gewöhnlich von Tierärzten gründlich untersucht.

Für Tiere aus Tierheimen entsteht eine obligatorische Schutzgebühr, mit der die zukünftigen Tierhalter ihre Entscheidung für das neue Tier bekräftigen und das Tierheim zugleich unterstützen. Die Höhe der Gebühr wird von den Vereinen entsprechend jeden Tieres kalkuliert. Diese kann bei einem Hund zwischen 150€ und 500€, bei einer Katze zwischen 50€ und 200€ liegen. Zuchttiere kosten oftmals ein Vielfaches der Schutzgebühr.

Ein Haustier aus dem Tierheim eignet sich auch, wenn man in der Vergangenheit Erfahrungen mit Haustieren gemacht hat, mit dem Umgang vertraut ist oder man einem älteren Tier einen würdevollen Lebensabend ermöglichen möchte. Tierheimtiere sind in der Regel stubenrein und sozialisiert. Allerdings können durch Vorerkrankungen Mehrkosten entstehen, jedoch ist dies bei Zuchttieren ebenfalls nicht auszuschließen.

Sind Tierheimhunde als Assistenzhunde geeignet?

Tiere aus Tierheimen haben oftmals den schlechten Ruf, sie würden nicht grundlos im Tierheim leben. Auch wenn einige dieser Tiere nicht stubenrein sind oder einen herausfordernden Charakter haben, liegt das zumeist nicht am Tier, sondern an seiner Erziehung sowie der Erfahrung mit Menschen. Tierheime kümmern sich im Allgemeinen fürsorglich um die dort lebenden Tiere und ermöglichen ihnen ein artgerechtes Leben.

Bei einem Versuch mit 10 sog. Listenhunden aus einem Tierheim in Österreich hat sich herausgestellt, dass diese mit dem richtigen und regelmäßigen Training auch als Therapiebegleithunde geeignet sind.

Theoretisch kann jeder Hund zu einem Therapie- oder Assistenzhund ausgebildet werden. Mit dem richtigen Training und genügend Ausdauer seitens der Tierhalter können sowohl Rassehunde als auch Mischlinge beeindruckende Leistungen erbringen. Hierbei ist wichtig, die individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften jedes Hundes zu berücksichtigen und diese entsprechend zu fördern, um ihr volles Potenzial als Assistenzhunde auszuschöpfen.

Egal ob groß oder klein, Rasse oder Mischling, mit der richtigen Ausbildung und Unterstützung kann jeder Hund zu einem wertvollen Helfer und treuen Begleiter für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Beeinträchtigungen werden.

Rottweiler läuft zufrieden über eine Wiese.
Auch sog. Listenhunde sind als Assistenzhunde geeignet.

Patenschaft für ein Tier im Tierheim

Viele deutsche Tierheime werden ehrenamtlich betrieben und mit Geldspenden unterstützt oder von Spenden getragen. Nicht immer sind Geldspenden möglich oder nötig, aus diesem Grund kann man Tierheime auch auf andere Weise unterstützen.

Nach Absprache mit dem Tierheim-Personal können auch Futterspenden, Sachspenden oder Patenschaften für Tiere vereinbart werden.

Auch Hilfsarbeiten im Tierheim oder Aktivitäten mit den dort lebenden Tieren sind nach Absprache möglich. Gassi-Runden mit Hunden sind beispielsweise eine beliebte Aktivität.

Mit einer Patenschaft kann ein Tier nach Wahl mit Futter, Impfungen, Spielzeug und medizinisch versorgt werden.

Person streichelt Hund bei Sonnenuntergang
Gassi-Runden, Sach- oder Futterspenden werden in Tierheimen gerne angenommen.

Welche Rolle spielt ein Tierheim noch?

Das Leben in einem Tierheim steckt voller Herausforderungen, aber auch Hoffnung und Mitgefühl. Tierheime sind Orte, an denen gerettete Tiere eine zweite Chance und die Unterstützung von engagierten Mitarbeitern sowie Freiwilligen erhalten.

Durch Adoptionen und Aufklärungsarbeit tragen Tierheime dazu bei, das Bewusstsein für Verantwortung und Fürsorge Tieren gegenüber zu stärken. Tierheimtiere haben oft schwere Zeiten durchlebt, sie sind aber auch lebendige Beispiele für die Widerstandsfähigkeit, Lebensmut und Hoffnung.

Tierheime spielen eine entscheidende Rolle bei der Rettung und Vermittlung von herrenlosen Tieren, bei der Aufklärung über verantwortungsvolle Tierhaltung und bei der Förderung von Adoptionen.

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